Das First Americans Museum (FAM) in Oklahoma City

Ein Museum für 39 Nationen

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In Oklahoma haben 39 indigene Nationen eine Heimat gefunden und sie machen einen wesentlichen Bestandteil der Identität des Bundesstaates aus. Es hat zwar lange gedauert, bis sich diese unterschiedlichen Völker zusammengerauft haben, doch jetzt ist es so weit: 

Am Wochenende des 18./19. September 2021 wurde das „FAM“, das First Americans Museum, ein Museum für alle 39 indianischen Nationen in Oklahoma City feierlich eröffnet.

Das über 16.000 qm große First Americans Museum (FAM) lässt in mehreren modernen Abteilungen mit Hilfe neuester multimedialer Technik die Geschichte, Kulturen und Traditionen, Kunst und Kunsthandwerk aller 39 indigener Nationen Revue passieren. Wer möchte, kann das Erlebnis bei Führungen und verschiedenen Programmen und Veranstaltungen vertiefen. Zum Komplex gehört ein  besonderes Lokal – gut zur Stärkung nach dem Museumsbesuch –, in dem „Native Cuisine“ serviert wird, Spezialitäten der unterschiedlichen indianischen Völker. Im Museumsshop werden dazu Unikate indianischen Kunsthandwerks und Kunst von indianischen Künstlern und -Kunsthandwerkern angeboten.

Indianer?

Übrigens: Der im deutschen Sprachgebrauch geläufige Begriff „Indianer“ ist durchaus politisch korrekt, er hat hierzulande keine negative Bedeutung. Selbst viele Ureinwohnern in den USA sprechen vom „American Indian”, da der Begriff „Native American“ mittlerweile auch von anderen Nationen, die auf amerikanischem Boden geboren wurden, benutzt wird. Von der jungen Generation werden vor allem aber die Bezeichnungen „Native“ oder „Indigenous“ verwendet. Falls bekannt, verwendet man natürlich am besten den offiziellen Stammesnamen.

Michael Roberts (c) Kansas/Oklahoma Travel & Tourism
Michael Roberts (c) Kansas/Oklahoma Travel & Tourism
Symbolträchtiger Bau

Das nach den Himmelsrichtungen ausgerichtete FAM – geplant von Johnson Fain Architects: Master Planning and Building Concepts (Los Angeles/CA) und Hornbeek, Blatt Architects, Co-Prime (Edmond/OK) – ist ein mehrteiliger Baukomplex aus Kreissegmenten. An das Eingangstor im Osten, das aus zwei massiven, aus regionalen Mesquabuck-Stein gefertigten Wänden bestehent, schließen sich Flügelbauten an, deren Schwung von einer Art Erdwall aufgenommen wird, den man erklimmen kann.

Dieser „mound“ weist auf die prähistorischen Indianerkulturen und ihre Lebensweise zwischen dem 9. und 15. Jahrhundert hin und dient zugleich als Symbol für die tragische Umsiedlung der Indianer nach Oklahoma. Von oben bietet sich ein fantastischer Blick auf die Innenstadt von Oklahoma City, den Oklahoma River und den Boathouse District. Die Hänge umschließen zugleich die Festival Grounds, die für Veranstaltungen wie Powwows, Stickball-Spiele, Konzerte und Kulturfestivals genutzt werden.

In den einzelnen Gebäuden befindet sich beispielsweise die „Hall of the People“. Die hier aufgestellten zehn Säulen stehen für die geschätzten zehn Meilen pro Tag, die die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus ihrer Heimat vertriebenen Five Civilized Tribes (Cherokee, Chickasaw, Choctaw, Muskogee, Seminole) auf dem Trail of Tears zurücklegen mussten. Weitere interessante Abteilungen sind die „Medicine Man Gallery“ oder die „Tribal Nations Gallery“.

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